Neuigkeiten rund den Caddy, die Caddyfreunde e.V. und den Straßenverkehr

September 2017: Über tägliche Verkehrssünden mal nachgedacht

Kein Parkplatz frei, man hat es eilig und die noch freie Feuerwehrzufahrt ist zu verlockend. Nur mal kurz das Auto abstellen - es wird ja nicht gerade jetzt ein Feuer ausbrechen. Oder vor dem Kindergarten, alle Parkplätze besetzt aber noch Platz auf der Zufahrt. Gekennzeichnete Feuerwehrbewegungsflächen oder Feuerwehrzufahrten sind vom Gesetzgeber besonders geschützt, stellen sie doch den kürzesten Anfahrtsweg für die Rettungskräfte dar. Die Strafen für das Parken auf diesen Flächen / Zufahrten sind daher 35 € ohne Behinderung und im Falle das Rettungskräfte behindert werden 65 € und ein Punkt in der Verkehrssünderkartei.

Auf dem Display taucht die Warnmeldung "Leuchtmittel defekt" auf und der Caddy sagt sogar noch welches defekt ist und dann einfach weiterfahren? Laut der StVO § 23 Abs. 2. darf mit Mängeln die die Verkehrssicherheit beeinträchtigen nicht einfach weitergefahren werden, das Leuchtmittel ist daher umgehend zu ersetzen da sonst Strafen bis zu 60 € drohen können, je nach Sichtverhältnissen.

Auch das Fahren bei schlechter Sicht mit eingeschalteten Nebelscheinwerfern wird gern gemacht. Das kostet ohne Nebel mit einer Sichtweite unter 50 Metern 20 € Strafe.

Das "Überfahren" eines Stoppschildes bei guter Sicht und keinem Verkehr sanktioniert der Gesetzgeber mit 10 €, also besser anhalten, denn Stop meint hier wirklich Halt! Vorfahrt gewähren! Oder wie der Fahrlehrer immer erklärt hat: "Mit allen vier Rädern zum stehen kommen!" Es ist an der weißen Haltelinie zu halten, sollte keine vorhanden sein dann an der Sichtlinie von der beide Straßenseiten überblickt werden können.

Blinkmuffel werden immer mehr. Spurwechsel ohne blinken oder auch mal abbiegen da ja weit und breit kein anderer Verkehrsteilnehmer zu sehen ist, wen kennt das nicht? Dafür droht der Gesetzgeber mit einem Verwahrnungsgeld von 10 € das jedoch deutlich teurer werden kann, sollte wegen fehlendem Blinken ein Unfall passieren. Den Blinkmuffel trifft dann meistens die Hauptschuld am Unfall, also besser immer blinken, dafür ist der ja auch da - der Blinker.

 


August 2017:

Wir treffen uns zum  8. Caddyfreundetreffen 2018 vom 20. bis 22. Juli 2018 auf dem Campingplatz Grube in Dorum - Neufeld an der Wurster Nordseeküste.

Mehr dazu hier

Vollstreckung von Bußgeldern aus dem Ausland in Deutschland

Ein im Ausland verhängtes Bußgeld kann auch in Deutschland vollstreckt werden. Das Bonner Bundesamt für Justiz ist dafür der Ansprechpartner der ausländischen Bußgeldstellen und verschickt die Bescheide nach Prüfung an die Halter des betroffenen Kraftfahrzeuges. Das vollstrecke Bußgeld verbleibt dann jedoch in der deutschen Staatskasse. Daher versenden viele ausländische Bußgeldstellen die Bescheide oftmals selbst an den Halter des Fahrzeugs. 

Wenn dieser Bescheid dann nicht bezahlt wird, droht bei einer erneuten Einreise in das Land und unbezahltem Bußgeld Ärger, der bis zur Beschlagnahme des Fahrzeuges gehen kann. 

 

immer aktuell: Übernachten im Wohnmobil / im "Schlafcaddy" am Straßenrand oder Parkplatz in Deutschland

Darf ich mit meinem Caddy am Straßenrand übernachten wenn ich müde werde? Wie sieht es mit den Nachttreffen mit dem Caddy aus? Dürfen wir dies überhaupt überall?

Ja, wir dürfen. Parken gehört zum „Gemeingebrauch" eines Fahrzeugs - und somit auch des Wohnmobils / eines Schlafcaddys - und ist in Deutschland erlaubt, wo es nicht ausdrücklich verboten ist. In der Straßenverkehrsordnung (StVO) gibt es nur Bestimmungen, wo es untersagt ist ein KFZ abzustellen. Wenn wir uns also an die Bestimmungen der StVO halten, gibt es keine Probleme. solange niemand geschädigt, gefährdet oder mehr als nach den Umständen unvermeidbar behindert oder belästigt wird. 

Einmaliges Übernachten im Fahrzeug zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit ist ebenfalls erlaubt. Mehrmaliges Übernachten am selben Ort hingegen ist eine Sondernutzung, die einer Genehmigung bedarf. Aber Vorsicht: Damit aus der erlaubten einmaligen Übernachtung nicht doch noch eine genehmigungspflichtige Sondernutzung wird, sollte man auf Dinge wie das Aufstellen von Campingmöbeln auf jeden Fall verzichten. Die Nutzung der Campingausrüstung im Fahrzeug ist aber erlaubt. 


2014:

Keine Erkundigungspflicht des neuen Fahrers nach geltenden Verkehrszeichen bei Fahrerwechsel der Kfz-Insassen

Quelle: OLG HAMM vom 18.06.2014, Aktenzeichen: 1 RBS 89/14 

Einen bloßen Bei- und Mitfahrer in einem Kfz trifft während der Fahrt grundsätzlich keine Pflicht, hinsichtlich der Beschilderung Aufmerksamkeit walten zu lassen. Eine Erkundigungspflicht nach einem Fahrerwechsel hinsichtlich etwaiger geltender durch Beschilderung gesetzter Geschwindigkeitsbeschränkungen trifft ihn im Regelfall nicht. (Aus den Gründen: ...Dass eine allgemeine Erkundigungspflicht den Kfz-Führer nicht treffe, schließt sich der Senat an. Darüber hinaus folgt aus dem für Verkehrszeichen geltenden Sichtbarkeitsgrundsatz und der damit einhergehenden behördlichen Verpflichtung, verkehrsbeschränkende Zeichen hinter Kreuzungen und Einmündungen zu wiederholen, an denen mit dem Einbiegen zu rechnen ist, auch in gewissem Rahmen ein Vertrauensschutz des Kfz-Führers dahingehend, dass zumindest alsbald nach Auffahrt auf eine Strasse etwaige verkehrsbeschränkende Regelungen durch eine erneute Beschilderung kenntlich gemacht werden.